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WIR sind die Vertreter der KMU’s

Der schweizerische Gewerbeverband hat sämtliche Nationalräte zu ihrer KMU-Nähe untersuchen lassen. Das Resultat war überraschend klar. Die FDP politisiert am gewerbefreundlichsten. Die ersten 16 Plätze gingen alle an die FDP. Dazu FDP-Kantonalpräsident Vincenzo Pedrazzini. «Ärgerlich, dass wir meist nur als Vertreter der Grossunternehmen dargestellt werden.»

  

Als letzte Woche die NZZ die Resultate der Forschungsstelle Sotomo der Universität Zürich publizierte, sorgte dies für allgemeines Erstaunen. Die FDP, der das Image als Vertreterin der Grossunternehmen und des Finanzadels anhaftet, politisiert am gewerbefreundlichsten. Die Forscher haben in der laufenden Legislatur von allen 200 Nationalrätinnen und Nationalräten das Stimmverhalten in 386 Abstimmungen zu 36 Sachgeschäften analysiert.

 

Medien krallen sich am alten Image fest

Die ersten 16 Plätze werden allesamt von FDP-Parlamentariern belegt. Die SVP folgt der FDP im Ranking. Dahinter die BDP und die CVP. Das Schlusslicht belegen die SP und die Grünen. Der Wollerauer Politiker Vincenzo Pedrazzini interessiert das Ergebnis sowohl aus nationaler wie auch aus kantonaler Sicht. Als FDP-Vizepräsident und Wahlkampfleiter 2011 der FDP Schweiz sowie als Kantonalpräsident im besonderen, da er letzte Woche angekündigt hat, dass die FDP des Kantons Schwyz im Herbst den vor acht Jahren verlorenen Nationalratssitz zurückholen will und sich auch wieder um den Ständerratssitz bewerben will. «Wir sind eine lösungsorientierte Partei, die sich für das Gewerbe und die KMU-Betriebe einsetzt», sagt Pedrazzini. «Solche Kandidatinnen und Kandidaten kommen bei uns auch auf die Liste.» Gerade wegen der Erkenntnis der Studie ärgert sich der Wollerauer über das immer wieder gepflegte, falsche Image der FDP. «In den Medien wird die FDP nach wie vor als Vertreterin der Grossunternehmen und der Finanzwirtschaft kolportiert. Viele Journalisten, aber auch unsere politischen Gegner, wollen einfach nicht wahrhaben, dass sich dies in den letzten Jahren massiv verändert hat.» Man bemühe sich nicht einmal darum, die Realität zu erkunden. Der FDP werde teils auch die Verantwortung am UBS-Desaster zugeteilt. «Das Gegenteil stimmt. Unter der Leitung von FDP-Bundesrat Hans-Rudolf Merz wurde die Bank gerettet. Die Politiker im UBS-Verwaltungsrat und dessen Umfeld kommen alle aus einer anderen Partei», so Pedrazzini. «Für uns ist es schlicht nicht nachvollziehbar, dass selbst Medien, die sich als neutral geben, sich noch an diesem längst überholten Image festkrallen.» Ob nun das Resultat der Universität Zürich zur KMU-Affinität der Bundesparlamentarier etwas ändert, weiss Vincenzo Pedrazzini nicht. «Ich hoffe und erwarte es.»

 

Noch andere Missverständnisse

Es gibt aber noch weitere Vorurteile, mit welcher die FDP zu kämpfen haben. So wird ihr fehlende Bürgernähe vorgeworfen und dass sich ihr politisches Engagement vor allem für die obere Mittelschicht und die Reichen im Lande richte. «Wie kann man mir bitteschön erklären, dass die FDP gesamtschweizerisch am meisten Gemeindepolitiker, Kantonsparlamentarier und Regierungsräte stellt?», fragt Vincenzo Pedrazzini. «Da wo wir nahe am Bürger politisieren können und dieser sich ein eigenes Bild machen kann, da sind wir erfolgreich. Vor allem in Exekutiv-Mandaten sind FDP-Frauen- und Männer immer gefragt. «Aber sicher nicht, weil sie die Grossindustrie vertreten, sondern weil sie eine vernünftige, lösungsorientierte und bürgernahe Politik betreiben.» Der Wähleranteil von 17,7 Prozent (gesamtschweizerisch inklusive Liberale) von 2007 ist eigentlich ein schlechter Vertrauensbeweis. «Dafür ist eben auch das festgefahrene Image der Partei verantwortlich», so Pedrazzini. «Aber daran arbeiten wir dieses Jahr mit vollem Engagement. Sowohl auf nationaler Ebene wie auch in seinem Heimatkanton Schwyz hat der FDP-Wahlkampfleiter einen Wähleranteil von 20 Prozent als Ziel gesetzt.